Private Autos gehören nicht in die Stadt!

In der Stadt sind Autos eine Belastung für uns alle.

  • Autos schaffen in innerstädtischen Bereichen keine 20km/h mehr im Durchschnitt. Da ist jedes E-Bike schneller. Und E-Bikes werden oft noch problemlos von sportlichen Radlern überholt.
  • Autobesitzer verstopfen mit ihren oft völlig überdimensionierten, angeberischen Blechhaufen unsere Stadt. Der rollende Wohnraum wird überall abgestellt, wo es gefällt und die Besitzer dieser Kisten glauben auch noch, daß solch ein Verhalten in Ordnung ist. Das kann ich nicht nachvollziehen. Unsere schöne Stadt ist inzwischen nur noch ein gigantischer Parkplatz!
  • Autos beanspruchen mindestens den Platz von zwei nebeneinander fahrenden Fahrrädern, obwohl der Beifahrersitz meistens leer ist. Sie nehmen darüberhinaus meistens sogar zwei Spuren in Anspruch - eine für die Hin- und eine für die Rückfahrt! Und als ob das nicht reicht, gibt es sogar Straßen mit zwei, drei und vier Spuren in jede Richtung! Wenn man die Parkspuren hinzuzieht, dann sind das in Städten wie Berlin manchmal mehr als zehn Spuren nur für Autos - völlig egal, ob sie rollen oder nicht. Mit welchem Recht?
  • Autos stinken vor sich, verdrecken unsere Lungen und machen uns krank. Der aktuelle Dieselskandal ist nur die Spitze eines Eisbergs. Und bei der Bezeichnung Eisberg handelt es sich in diesem Fall um eine unzulässige Verniedlichung. In Wirklichkeit ist es ein riesiger, giftiger, stinkender Müllberg, den jeder sehen kann, wenn er will!
  • Autos produzieren als Abfallprodukt auch eine Menge Lärm. Wir können uns nicht mehr unterhalten und fühlen uns unwohl. Im Urlaub halten sich die meisten Menschen gerne in von Autos unberührten Gegenden dieser Welt auf und geben dann mit Ihren Selfies vor der Kulisse des Urlaubsorts im Bekanntenkreis an. Wie viele Autos sind auf Ihren Urlaubsfotos zu sehen? Keine, nehme ich an. Diese Ruhe sollten wir uns vor unserer eigenen Haustür schaffen!
  • Mehrfach am Tag komme ich als Verkehrsteilnehmer in Situationen, in denen man annehmen könnte, daß der jeweilige Fahrer des KFZ überhaupt noch nie eine Fahrschule besucht hat. Wir sollten diesem gelebten Alltagsterrorismus -  eine Mischung aus Ignoranz, Arroganz, Nötigung, Mobbing und anderen Respektlosigkeiten - endlich entschlossen entgegentreten und ihn stoppen.
  • Auch die Autobesitzer haben auch immer weniger Spass an ihrem in der Stadt geparkten Fahrzeug, denn der Vandalismus nimmt zu. Neben hin und wieder abgetretenen Spiegeln, Kratzern im Lack, Beulen in der Karosserie und platten Reifen finden Sie u.U. das komplette Fahrzeug nur noch als Schrotthaufen wieder, wenn Sie zufällig mal am falschen Ort stehen, siehe z.B.:

Autos bringen uns um!

Seit der Säbelzahntiger ausgerottet wurde, hat der Mensch keine Feinde mehr. Gibt es daran Zweifel? Ja, ich habe Zweifel an dieser Theorie. Täglich sterben in der EU durchschnittlich mehr als 70 Menschen den Autotod. Jedes Jahr nimmt weltweit die Zahl der fahrlässigen Tötungen (Unfälle) zu. Hinzu kommen dann noch bösartige Tötungen (Terror) mit Fahrzeugen aller Art. Das Auto kostet jedes Jahr mehr Menschenleben als der Säbelzahntiger jemals gefressen hat.

Es ist kein Trost, wenn die Zahlen der Unfallopfer ein Jahr mal nicht weiter steigen. Es ist ein Armutszeugnis, dass wir solche Zustände dulden! Vergessen Sie bitte auch nicht die vielfachen Schwerverletzten, die ein Leben lang unter den Folgen von Autounfällen zu leiden haben. Gibt es noch Menschen, die keine Unfallopfer in ihrer Familie zu pflegen oder zu betrauern haben? Der Autoverkehr produziert deutlich mehr Tote, als es alle Kriege dieser Welt jemals geschafft haben.

Anscheinend haben inzwischen viele Berliner Autofahrer ein so hohes Schutzbedürfnis, dass sie sich die jeweils größten Autos mit den fettesten Knautschzonen und den meisten Airbags kaufen - egal, ob und wie schnell sie damit fahren können und ob sie dafür einen Parkplatz finden oder nicht. Die Autowerbung präsentiert gerne den gutgelaunten Käufer des hochglanzpolierten, neuesten Modells allein auf einer freien Landstraße - am besten noch in einer ländlichen Idylle mit seiner Liebsten. Da kann ich wirklich nur laut und herzlich lachen. Im Alltag wird aus der Fahrspaß-Illusion der Werbung oft schnell ein einsames Dahinschleichen in schlechter Luft im Stau. Das hat fatale Folgen für unsere Stadt. Eigentlich müßte eine derartige Werbung verboten werden!

  1. Autos sind schon allein aufgrund der möglichen Geschwindigkeit und ihres Gewichts lebensgefährlich!
  2. Für die Herstellung und den Betrieb von Autos wird unser Planet geplündert - ohne Rücksicht auf Mitmenschen und kommende Generationen.
  3. Autos werden immer größer. Sie versperren jegliche freie Sicht und auch die ausschließliche Nutzung großer Teile des öffentlichen Raums für Straßen und Parkplätze ist nicht akzeptabel.
  4. Autofahrer sind heute im Gegensatz zu früher deutlich abgelenkter durch vielfältige Bedienelemente, sowie laute Musik und Kommunikationsdienste im Auto.
  5. Und als ob das alles noch nicht reicht, dürfen Autos mit Verbrennungsmotoren weiterhin krebserregende Substanzen in unsere Atemluft mischen und das Klima beeinträchtigen.

Warum lassen unsere gewählten Interessenvertreter so viele Autos in unserer direkten Umgebung zu allen Tageszeiten so nah an uns heran? Wer wählt solche Politiker? Ich empfinde täglich großen Stress im Berliner Stadtverkehr. Das ist kein Spaß!

Und so geht es scheinbar vielen. Wir entscheiden uns dann rein emotional beim nächsten Autokauf für ein noch größeres Auto mit noch mehr Knautschzone und noch mehr Airbags. Damit sind wir dann persönlich gut gerüstet, lebend durch diesen verrückten Verkehr wieder nach Hause zu kommen. Rational ist das wenig sinnvoll, da solch eine Lösung nur so lange etwas taugt, bis der Nachbar sich ein noch größeres Auto kauft, z.B. mit Küche (wie Frau Merkel auf der IAA vorschlug), um dann im Stau nebenbei die Schulbrote für die Kinder zu schmieren:

Der tägliche Terror begleitet uns, aber scheinbar merkt das niemand!

Berlin ist Igitt sagt der Berliner und untertreibt dabei gewaltig. Die Anzahl der Verletzten im Verkehr steigt, wie Sie den offiziellen Statistiken des DVR entnehmen können. Wer etwas anderes verkündet, lügt! Die Verkehrspolitik in Berlin ist ein anarchisches Treiben - keine Vision, kein Plan, keine Taten, nur Chaos.

Große Autos stehen für Macht und demonstrieren Stärke. Sie verdrängen kleine Autos; diese verdrängen wiederum weitere Verkehrsteilnehmer. Mopedfahrer weichen inzwischen auf Fahrrad- und Fußgängerwege aus, von verträglichem Miteinander keine Spur. Personen in Autos sind im Stadtverkehr bestens geschützt durch Airbags u.ä. .  'Tschuldigung' wird dahingemurmelt, wenn ein ungeschützter Verkehrsteilnehmer unter dem Fehlverhalten eines Autofahrers zu leiden hat. Die Behandlung der Verletzten und die Beerdigung der Toten dürfen dann ggf. die Familien der Geschädigten, die Krankenversicherten und der Steuerzahler bezahlen. Darüber hinaus werden schwächere Verkehrsteilnehmer  gerne auch noch im Internet gemobbt - 'ist ja selbst schuld' und Schlimmeres.

Autos sind schuld an unserem täglichen Stress, machen uns krank und bringen uns letztendlich auf vielerlei Arten um. Das muss sich ändern. Wir haben dringenden Handlungsbedarf! Aber kriegen die Berliner das überhaupt hin?
(http://www.berliner-zeitung.de/berlin/foto-spezial-zum-glueck-nicht-in-berlin-1542796)